Da es nun schon kurz nach acht ist, gehen wir schnell runter zum Frühstück. Auch hier gibt es ein großes Buffet, das kaum Wünsche offen lässt. So lassen wir es uns schmecken und essen uns richtig satt. Unser nächster Stopp ist unser Zimmer auf dem wir ein paar Sachen zusammen packen, um den Tag auf Deck zu genießen. Wir reservieren uns gleich zwei Liegen im Schatten unter dem Sonnensegel und betrachten das gemächlich vorbeiziehende, grüne Nilufer. In der Ferne sieht man wie sich auf beiden Seiten des Nils die schroffen Wüstenhügel erheben. Dazwischen verläuft der nur wenige km breite, grüne Streifen aus fruchtbarem Land. Häufig hört man die Esel schreien oder sieht hier und da ein Rindvieh, das gemütlich grast. Man sieht die Bauern bei der tagtäglichen Arbeit oder wie sie sich einfach irgendwo im Schatten unter einer Palme ausruhen. Man sieht Fischer am Ufer beim Angeln und hin und wieder begegnet uns eine Feluke oder ein Fischerboot. Dieser Anblick ist unheimlich idyllisch und beruhigend.
Schon bald wird es uns selbst im Schatten zu warm, so dass wir uns im Pool eine kurze Abkühlung gönnen. Mit meiner Taucherbrille kann man ganz gut auf den Grund des Bassins tauchen und durch die Fenster ins 3. Geschoss schauen, was ziemlich lustig ist, vor allem, wenn sich die vorbeigehenden Kellner oder Passagiere bei diesem Anblick erschrecken oder begeistert winken. |
Am Nachmittag nähert sich die Solaris dann Edfu, dem nächsten Stopp unserer Reise. Kurz vor dem Hafen überspannt eine Brücke den Nil, die nicht gerade hoch ist. Es gibt nur eine ca. 30 Meter breite Stelle, an der die Schiffe unter der Brücke durchpassen… und das auch nur gerade so. Hierzu müssen alle Deckaufbauten wie die Masten der Schatten spendenden Pavillons, der Bar und der Mast des Schiffs umgeklappt werden. Da immer nur genau ein Schiff durch diese schmale Stelle passt und uns ständig Schiffe entgegenkommen, die Strom abwärts fahren und somit Vorfahrt haben, dauert es eine ganze Weile, bis wir die Stelle passieren dürfen. Die Angestellten, die die Aufbauten umgeklappt haben, achten dabei darauf ständig zu rufen, dass wir uns ducken sollen. Dies ist auch nicht untertrieben, da zwischen dem Boden des Decks und der Brücke vielleicht 1,70m Platz ist, so dass ich mit den Händen die Brücke von unten berühren kann. Nun ist uns auch klar, warum bei Nilhochwasser die Schiffe nicht die komplette Strecke Luxor - Assuan fahren können.
Gleich hinter der Brücke liegt der Anlegesteg von Edfu, an dem wir auch kurz darauf ankern. |