18.
Mai 2004
9:15 Uhr
Ich hole Silvia vom Flughafen ab, damit
wir zur russischen Botschaft nach Bonn fahren können. Wir
unterhalten uns viel, vor allem darüber was Frank2 uns gestern
Abend noch beim Badminton erzählt hat. Also dass wir uns
im Einzugsbereich der Botschaft nicht auffällig benehmen
sollen und vor allem höchstens übers Wetter sprechen
dürfen *lach* Aber wer weiß, was an diesen Stories
so alles stimmt...
Bei dem ganzen Gerede, fahre ich erstmal auf die falsche Autobahn,
aber wir haben ja noch Zeit.
10 Uhr
Erste Schilder zeigen uns den Weg zum
Parkplatz – es gibt extra einen, nur für die, die ein
Visum beantragen wollen. Was für ein Luxus. Hmmm... *wunder*
wir haben doch gerade schon die Botschaft gesehen... warum werden
wir denn jetzt so weit in eine andere Richtung geleitet? Die wollen
wohl keine Visa ausgeben... Aber uns werden sie gleich schon welche
geben.
10:20 Uhr
Wir haben den Parkplatz und den Weg
zurück gefunden und sehen, dass sich eine ganze Menschenmasse
vor dem Gebäude der Botschaft knubbelt.
Was ist denn hier los? Gibt es was umsonst? Na, ob wir da heute
noch dran kommen?!?
Verwundert schauen wir uns um und werden bald von einem Mann angesprochen,
der auch zu warten scheint und uns fragt, was wir denn hier überhaupt
wollen. Wir erklären ihm unser Anliegen.
Darauf meint er, dass wir das nächste Mal, wenn einer der
Aufpasser zu sehen ist, einfach reingehen sollen. Die Russen,
die hier alle stehen, warten einfach nur, entweder auf Angehörige,
die in der Botschaft sind oder weil es in Russland halt üblich
ist, lange Schlange zu stehen ohne dann etwas zu bekommen. Er
ist sich da nicht so sicher.
Da wir uns aber nicht so recht trauen, uns einfach vorzudrängeln,
kämpft sich der Mann für uns durch und sorgt dafür,
dass und das Tor geöffnet wird.
Drinnen angekommen versuchen wir uns zunächst zu orientieren.
Brauchen wir eigentlich ein Transfer- oder ein Touristenvisum?
Die werden nämlich an verschiedenen Schaltern ausgegeben.
Da wir uns ja als Touristen Moskau anschauen wollen, entscheiden
wir uns für ein Touristenvisum und stellen uns an der entsprechenden
Schlange an.
Etwas später gesellt sich ein anderer Mann zu uns und fängt
an uns auszuquetschen. Wir geben bereitwillig die nötigsten
Informationen und er meint, wir müssten uns an der anderen
Schlange anstellen, da wir nur zum Transfer nach Moskau wollen.
Na toll, und das wo wir uns doch schon relativ weit vorgearbeitet
haben... Aber was soll’s? Wir stellen uns also brav an der
anderen Schlange an. Er gibt uns außerdem den Rat, unsere
Buchungsunterlagen kopieren zu lassen, damit das gleich nicht
extra machen müssen.
Ich lasse Silvia also alleine weiter warten und suche mir die
nächste Schlange ;-) Davon gibt es hier wirklich viele. Die
Kopierdame versteht zunächst nicht, was ich von ihr will
und kopiert mir dann zu viel, aber wenigstens sind die richtigen
Unterlagen auch dabei.
Mit den Kopien gehe ich zurück zu Silvia, die auch als nächstes
dran ist *freu*