Vor uns ist aber einer der wenigen anderen Deutschen dran, die
sich auch hier in der Botschaft befinden. Wir hören ein paar
der Wortfetzen und verstehen, dass er eigentlich an einen anderen
Schalter solle, der aber erst nächste Woche wieder öffnet.
Er bleibt natürlich ganz ruhig – schließlich
befinden wir uns in russischem Hoheitsgebiet – man sieht
ihm aber genau an, was er dem Beamten am liebsten and en Kopf
geworfen hätte *grinz*
11:30 Uhr
Wir sind endlich dran. Silvia lässt
mir den Vortritt kommt aber mit nach vorne, damit wir beide verstehen,
was wir tun sollen.
Ich gebe dem Beamten also meine bereits zu Hause ausgefüllten
Anträge, die Buchungskopien und erkläre, dass wir am
18. August (in genau drei Monaten, heute ist also der erste Tag,
an dem man Visa beantragen kann) nach Moskau fliegen werden.
Die Antwort lautet: „Warum sind Sie so spät?“
Ich erkläre ihm ruhig, dass es doch noch drei Monate seien
und ich erst jetzt hier sei, weil ich vorher gewartet hätte.
Er studiert intensiv meinen Antrag und möchte dann wissen,
wo wir übernachten werden, da wir schließlich um 23:55
Uhr in Frankfurt losfliegen. Dass wir kein Hotel benötigen,
wenn wir uns von frühmorgens bis etwa 19 Uhr in Moskau aufhalten,
versteht er nicht und bleibt dabei, dass er unseren Antrag erst
bearbeitet, wenn wir ihm eine Hotelbuchung vorweisen können.
Na toll, wir verabschieden uns also und machen uns wieder auf
den Weg zum Auto. Da wir schon fast unter Verfolgungswahn leiden,
sprechen wir die ganze Zeit kein Wort, bis wir sicher im Auto
sitzen und losgefahren sind.
Wir kommen schließlich zu dem Schluss, dass unser Abenteuer
am Moskauer Flughafen und nicht richtig in der Stadt beginnen
wird. 14 Stunden werden schon nicht so schwer rumzubekommen sein.
Wir können dann dort ja noch etwas schlafen. Aber in 3 Monaten
sollten wir etwas Besseren belehrt werden, aber lest selbst, wie
es weitergeht.