8:00
Uhr: *der Wecker klingelt*
Ich gehe duschen und beeile mich ein
bisschen, damit wir auch pünktlich den Zug erwischen. Heute
geht es wieder Richtung Norden, was bedeutet, dass wir in Tokio
umsteigen müssen, also sollten wir keinen unserer Züge
verpassen.
8:15 Uhr
Wo wir gerade von Pünktlichkeit
sprechen: jetzt habe ich nur noch eine viertel Stunde, bis wir los
müssen und bin gerade mal im Bad fertig *hetz* „Los,
beeilt Euch, ihr wollt doch den Zug nicht verpassen“ meldet
sich so langsam auch Manfred.
8:30 Uhr
Mit ein wenig Beeilung klappt doch alles und wir können pünktlich
losfahren.
9 Uhr
Unser Zug ist schon da, wir steigen ein und sind gespannt, an welche
interessanten Orte er uns heute bringt…
9:20 Uhr
Bis Tokio geht es ja immer recht fix und für die große
Strecke nach Yamagata müssen wir nun umsteigen. Da hier aber
Endstation aller Shinkansen ist, steht unser Zug bereits am Gleis.
Heute dürfen wir das erste Mal mit einem Doppeldecker fahren
*freu*. Wir stellen uns natürlich so an, dass wir nach oben
können, vielleicht sieht man ja so mal den Fuji-San *hoff*.
Endlich ist das Reiningungspersonal
fertig und wir steigen ein. Wir ergattern uns zwei schöne Plätze,
natürlich am Fenster ;-) Sofort kommt die Ernüchterung.
Der Ausblick ist zwar schön, aber leider sind die Sitze nicht
verstellbar :-(
Drei Stunden Zug fahren, ohne den Sitz zurück legen zu können
*schnüff*, wie unbequem…
11:30 Uhr:
Der Zug bleibt stehen und alle Fahrgäste
steigen aus… naja, die Lautsprecherdurchsage hat uns ja schon
irgendwie vorgewarnt, dass der Zug hier Endstation haben wird. Schade…
müssen wir mal schauen, wie wir von Sendai nun nach Yamadera
kommen.
Nach kurzem Überblick
über die Lage, sehen wir schon, dass eine JR-Linie (die sind
mit unserem Railpass kostenlos) weiter bis nach Yamadera fährt,
also dann los…
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12:30 Uhr
Nach einstündiger Fahrt durch die tiefste Provinz, sind wir
nun endlich da *freu*.
Wir schauen uns um und entdecken sogleich, was uns bevorsteht. Hoch
oben auf einem Berg sehen wir Tempelanlagen, die von uns besucht
werden wollen.
Da wir nicht die einzigen sind, die das wohl vorhaben, suchen wir
gar nicht erst eine Karte, sondern folgen einfach dem Besucherstrom…
wird schon stimmen ?
Nach einigen Souvenirläden kommen wir an den Anfang einer langen
Treppe. Die Stufen sind unregelmässig hoch und deswegen auch
nicht wirklich gut zu besteigen, aber wir sind guten Mutes und wandern
den Berg hinauf. Überall auf dem Weg sind Statuen und Lampen
zu finden, bei denen haufenweise Münzen liegen. Wenn dies in
Deutschland läge, wäre das ganze Geld bestimmt ratzefatz
weg, aber hier liegen tausende von Yen sozusagen auf der Strasse.
Da wir es uns nicht mit Buddah verscherzen wollen, mit welchem auch
immer, lassen wir auch schön die Finger von den Münzen
und konzentrieren uns ganz auf den Aufstieg… ist auch schon
schwer genug.
Später erfahren wir von Manfred, dass es wohl an die Tausend
Stufen sind *keuch* kommt uns gerade auch schon so vor ;-)
Oben angekommen erwartet uns
ein einmaliger Ausblick über das Tal von Yamadera. Wir genießen
eine Weile diesen Anblick, beobachten die unterschiedlichsten Japaner,
die als Sonntagsausflug ihre Kinder die 1000 Stufen hoch zerren,
erholen uns selbst noch ein wenig von den Strapazen des Aufstiegs
und begeben uns dann langsam wieder hinunter ins Tal.

auch diese Tempel sollte man gereinigt betreten

So siehts von unten aus...
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Der Eingang zur Tempelstadt

Der Aufstieg, nicht jeder bewältigt
ihn auf den eigenen Pfoten

Der Ausblick lohnt die Anstrengung

Eine kühle Brise erfrischt uns

...so siehts von oben aus
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14:10
Wir haben leider vorher vergessen zu schauen, wann denn hier die
Züge fahren und so überrascht uns der Fahrplan damit,
dass wir hier noch fast eine Stunde auf den Zug warten müssen.
Wir begeben uns aber schon mal auf den Bahnsteig, in der Hoffnung,
dass vielleicht doch noch ein Zug vorbei kommt, den wir nehmen können.
Aus Langeweile fallen uns die besten Dinge ein, die wir mit einem
Fotoapparat so knipsen können, wir singen laut Karnevalslieder
und nutzen es so richtig aus, dass uns keiner versteht. Was soll
man sonst auch eine Stunde lang auf einem Provinzbahnhof anstellen?!
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Deutsche vertreiben sich die Zeit... |
| 15:50
Wieder in Sendai angekommen reservieren wir uns zunächst einmal
unsere Rückfahrt Tickets, damit uns auch ein Sitzplatz sicher
ist und begeben uns dann, vom Hunger der 1000 Stufen geplagt zu
einem Schottischen Feinkostrestaurant, da wir keine Lust hatten
uns schon wieder entscheiden zu müssen, was wir denn nun essen
wollen.
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Die Bahn kommt... |
20 Uhr
Wir sind wieder zurück in Yokohama und müssen nur noch
schnell mit der bekannten Tohoku-Linie nach Hioshi, wo uns dann
Tomoko abholen kann. Wir gehen vom Bahnhof der JR-Linie den Transferweg
zur Tohokuku und dann mit wedelnden Railwayausweisen zum Wärterhäuschen.
Der ist gerade beschäftigt, aber wir warten wie immer, bis
er geguckt hat und was sagt. Er wedelt mit der Hand vor seinem
Gesicht und wir verstehen „Go, Go!“. Also los auf
den Bahnsteig… „Wo sind denn die Automaten für
die Tickets?“ Schließlich wissen wir dass Tohokuku
nicht mit unserem Ticket zu fahren ist. *schulterzuck* „Der
wird schon einen Grund gehabt haben uns durch zu lassen :-) Dummerweise
lesen wir natürlich falsch, fahren in die falsche Richtung
und düsen eine halbe Stunde mit der Bahn in der Gegend rum.
Endlich in Hioshi angekommen gehen wir immer noch recht unbedarft
zum Wärterhäuschen und halten unsere Ausweise hin. Ein
nervöser Bahnbeamter, der wohl gehofft hat, dass wir, die
Kriminellen, die nicht zahlen und einen Großalarm ausgelöst
haben, nicht wirklich bei ihm aussteigen würden, verlangt
dann eine Nachzahlung von uns. Ganz cool bezahlen wir, grinsen
ihn freundlich an und gehen. Im Nachhinein machen wir uns aber
klar, dass wir bestimmt die ganze Fahrt über mit Kameras
beobachtet wurden, damit wir nicht verloren gehen… die dachten
bestimmt, die Fahrt in die falsche Richtung sei ein schlau eingefädelter
Schachzug von uns gewesen.
21 Uhr
Die Planung für den morgigen Tag
wird recht schwierig, da zurzeit ein Taifun über Japan seine
Kreise zieht und schlechtes Wetter überall dort ist, wo es
was zu sehen gibt. So bleibt uns nur noch die Planung in den Norden
zu fahren… mal schauen, was wir so entdecken werden *hoff*…
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