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"Heiße
Quellen und das japanische Meer"
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mit Erdwärme erhitztes Fußbad |
ein Ausläufer des japanischen Meeres |
29.08.2004
7:30 Uhr: *ich wache auf*
Mein erster Blick geht Richtung
Wecker, da der noch nicht geklingelt hat, wir aber wohl jetzt aufstehen
müssen, da uns Tomoko noch bevor sie mit Klara und Siggi zur
Kirche fährt zum Bahnhof bringen wollte. Also ganz fix stehe
ich auf und bemerke, dass ich im dunkeln nicht wirklich gut einen
Wecker stellen kann. Weil Tamara gestern Abend, während ich
noch Tagebuch schrieb eingeschlafen ist, hab ich im Dunkeln am Wecker
rumgestellt… naja, immerhin haben wir eine gute innere Uhr.
8:15 Uhr:
In Hioshi angekommen fahren wir, nun mit gültigem Fahrausweis,
weiter nach Kikuna, um von dort aus zum Shinkansenbahnhof Shin-Yokohama
weiter zu fahren.
Gestern haben wir vor lauter Elan bereits Sitzplätze für
Hiroshima reserviert, aber auf Grund des Taifuns können wir
diese Fahrt ja leider nicht wahr nehmen. So gehen wir nun freundlich
grinsend zum Schalter und erklären der Dame, dass wir den Zug
verpasst haben und gerne andere Reservierungen hätten. „Touristen!!“
Ist sogleich aus ihrem Blick zu lesen. Aber sie tut ihren Job und
gibt uns neue Plätze. Sie schreibt auch alles ganz gründlich
auf, damit uns nicht wieder ein Zug vor der Nase weg fährt
;-) „Try to get it!“ rät sie uns dann auch noch…
Tun wir doch immer ;-)
9:34 Uhr:
Wir sitzen in Tokio im Shinkansen Richtung Niigata und machen es
uns bequem. So langsam kennen wir schon die verschiedensten Styles
der Züge: vom Doppeldecker mit Entenschnabel bis hin zu einem
Standardzug mit einer Etage.
Mit Musik auf den Ohren düsen wir nun durch die Landschaften
Japans. Je weiter wir uns unserem Ziel nähern, um so schöner
wird das Wetter. Wo vorher noch Dunst und Regen das Bild geprägt
haben ist nun Sonnenschein und blauer Himmel zu sehen.
10:50 Uhr
Manfred hat uns geraten doch in ---„Echita Yuzawa“---
auszusteigen. Dies sei wohl ein Skigebiet mit vielen Onsen (heißen
Quellen), wo wir vielleicht auch interessante Sachen sehen können.
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auf Rreisen in den Weiten Japans
11:04 Uhr
Gesagt getan, wir steigen in tiefster Provinz aus und beschließen
hier ein bisschen spazieren zu gehen. Wenn man sich umschaut sieht
man gleich, dass hier alles für Wintersport ausgelegt ist.
Die Laternenpfähle haben Polster und überall sind Rutschgefahrschilder.
Unser Weg führt uns entlang der Beschilderung „Hot Spring“,
da unser Verstand uns sagt, dass es dort wohl heißes Wasser
geben dürfte, oder einen heißen Frühling ;-).
11:30 Uhr:
Noch 150 Meter steht auf dem Schild, dann sollen wir angeblich unser
Ziel erreicht haben. Das Landschaftsbild wird immer dörflicher…
Ein kleiner Wasserlauf erregt meine Aufmerksamkeit und ich hab da
so ein Gefühl, dass dieses Wasser kein normales Rinnsal ist.
Also… Hand drunter :-D Tatsächlich haben wir heißes
Wasser gefunden. Nun gut, es könnte auch der Ablauf aus einem
normal Schwimmbad sein, aber die Temperatur ist doch ziemlich hoch
und wir beschließen einen Ablauf einer heißen Quelle
gefunden zu haben.
Der Weg dem Wasserlauf entlang endet in einem Haus… „Toll,
stellen die ein Haus auf die heiße Quelle!“…
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aus heißen Quellen gespeist

echte Japanerinnen?!

auf jeden Fall ziemlich klein
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12:00
Uhr
Wir machen uns wieder auf den Rückweg zum Bahnhof, weil wir
unseren Zug nicht verpassen wollen. Ist zwar hübsch hier, aber
man kann es ja auch übertreiben *grinz*.
Von der anderen Seite aus betrachtet sehen manche Häuser natürlich
anders aus… Wir entdecken Schilder wie „Schi Heil!“
*grinz*… und andere deutsche Ausdrücke.
„Dort… eine heiße Quelle zum Baden!“
Tatsächlich ist dort ein kleiner Unterschlupf mit einem Becken,
in dem man seine Füße baden kann. Das Wasser ist auch
durch natürliche Erdwärme erhitzt worden… Cool!
… Ne … Hot! |
13:34 Uhr
Wir sind nun auch in Niigata angekommen, einer großen Hafenstadt
am japanischen Meer. Hier scheint die Sonne es ist warm und die
Leute verstehen uns nicht *grinz*.
Bis wir die Touristeninformation gefunden haben, schauen wir in
so manches ratloses Gesicht, wenn wir mit englischen Fragen kommen…
14 Uhr:
Den Stadtplan endlich in der Hand gehen wir Richtung Meer, die Hauptstrasse
entlang. Ab und an hört man die Japaner hinter vorgehaltener
Hand „Geijin“ sagen… heißt soviel wie „Fremder!“.
Neee, dass die das so schnell erkannt haben ?
An einem Kaufhaus machen wir Halt, um Mittag zu Essen. Unsere Erfahrung
und Manfreds Tipp, haben uns gezeigt, dass man dort recht günstig
Mittagessen kann. Also ab in den Keller in die Lebensmittelabteilung.
Dort erwarten uns die tollsten Gerichte. Nach Aussehen, wie fast
immer hier, bestellen wir per Fingerzeig unser Essen.
Aus dem Weg nach draußen
entdecken wir interessante Sachen… ein Kissen… ;-) …
und aus dem kurzen Besuch wird ein richtiger Bummel. Im 5. Stock
fragen wir einen Verkäufer nach der Spielwarenabteilung und
erwarten, dass er uns einfach nur sagt, wo’s hingehen soll.
Doch er schließt prompt die Kasse und fährt mit uns Rolltreppe,
geht quer durch das Kaufhaus, bis wir vor dem ersten Spielzeug stehen…
das nenne ich Service.
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wieder einmal am Bahnhof

wenn man sich anstrengt, kann man Russland
sehen
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15
Uhr
Nach dem Einkauf gehen wir noch ein bisschen weiter gen Meer, bis
die Zeit es so langsam verlangt, dass wir wieder zum Bahnhof zurück
kehren müssen. Da wir aber doch schon ein ganzes Stück
bis hierhin gelaufen sind, suchen wir uns einen Bus. Das Problem
an den hiesigen Bussen lieg daran, dass auf den Plänen und
auch auf den Anzeigetafeln nur Kanjizeichen stehen, also für
uns unlesbar. Aber man kann ja immer noch fragen :-) . Der nächstbeste
Bus, der in die richtige Richtung zu fahren scheint wird angehalten
und wir gehen zu dem etwas betagteren Fahrer und fragen „Are
your driving to Niigata Station?“ Ein fragender Blick, irgendwelche
japanischen Worte und er entschließt einfach wild zu Nicken.
OK, fahren wir halt mit…
Der Bus fährt tatsächlich dorthin, wo wir hin wollen.
Beim Aussteigen, hier zahlt man tatsächlich erst, wenn man
aussteigt, halte ich ihm den Railwayausweis vor die Nase und frage
ihn, natürlich auf englisch, ob das Ding hier gilt. Wir haben
nirgends auch nur ein Anzeichen dafür gesehen, aber fragen
kostet ja nichts. Ein verwirrter Blick und ein „Geht endlich
und lasst mich mit Englisch in Ruhe“-Blick lässt uns
ohne zu bezahlen gehen *freu* Wieder Geld für ein Getränk
mehr…
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15:45
Wir steigen in den Zug ein, der auch jeden Augenblick losfahren
müsste. Es ist wiedermal ein Doppeldecker, doch diesmal wurden
wir unten einquartiert, bislang völlig alleine. Unsere kindliche
Neugier hat uns ja schon gezeigt, dass die Pedale an den Sitzreihen
sonderbare Dinge bewirken können. „Hey, ist grad keiner
da, los, lass es uns ausprobieren“ Wie die Kinder stürzen
wir uns auf die Sitze, drücken auf die Pedale und lassen die
Sitzreihen kreisen. Coole Sache dies….
18:50
Nach einer langweiligen Zugfahrt, bei der der ein oder andere musikalische
Ton üer unsere Lippen gekommen ist (schon blöd, wenn man
durch laute Musik über Kopfhörer nicht mehr genau hört,
wie laut man wirklich selber ist), sind wir nun auch schon beinahe
wieder zu Hause. Zu erwähnen wäre vielleicht noch, dass
an der Transferstelle zwischen JR-Linie und Tohoku-Linie der Wärter
ein waches Auge auf seinen Durchgang hat und er uns wohl bereits
erwartet hat. Mit grummeligem Blick gibt er uns die verlangten Fahrkarten
und wir fahren Heim.
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Sitzreihen zum drehen

noch fit, wie Turnschuhe
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23
Uhr
Nach Abendessen, Videoabend bzw. Computerabend gehen wir zu Bett
um einen ruhigen morgigen Tag auf uns zukommen zu lassen.
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