|
"Tokio...
die Stadt voller Gegensätze"
|
| 22.08.2004

Der
Meiji - Schrein ... mitten in Tokio
9 Uhr:
Nach einem erlebnisreichen Tag schlafen wir heute erst mal aus und
gehen erst etwas später, also jetzt frühstücken :-)
10 Uhr:
Heute haben wir uns vorgenommen, Tokio ein wenig unsicher zu machen
und Manfred gibt uns ein paar Tipps für einen guten Einstieg
ins Tokioter Leben.
Er zeigt uns auf der Karte, welche U-Bahnen und Straßenbahnen
man am besten nehmen kann, um an die verschiedenen Sehenswürdigkeiten
zu gelangen, die man auf jeden Fall gesehen haben muss. Da heute
Sonntag ist, sind sogar die Chuo-Dori und die Shinjuku-Dori, zwei
Hauptgeschäftsstrassen, Fußgängerzone und für
den Autoverkehr gesperrt.
Gut informiert und frohen Mutes
machen wir uns auf den Weg.
Zunächst versuchen wir nun erneut ein Mehrfahrtenticket im
Bus zu kaufen und diesmal versteht der Busfahrer sogar, was wir
von ihm wollen. So langsam kriegen wir Übung darin, Japanern
klar zu machen, was wir wollen *grinz*. Man sollte sich dabei übrigens
nicht wirklich auf Englisch verlassen, sondern auch mit Händen
und Füßen verständigen.
11 Uhr:
In Shibuya, der Endhaltestelle der Toyoko Line (die Linie, die an
der uns nächstgelegenen U-Bahnlinie hält), versuchen wir
nun den Leuten am Ticketschalter zu erklären, dass unser Reiseführer
sagt, es gäbe ein Tagesticket, mit dem alle Bahnlinien innerhalb
Tokyos befahren werden dürfen. Anscheinend sind wir schon so
gut in unseren Kommunikationsversuchen, dass wir ziemlich bald auch
dieses, nicht gerade günstige, Ticket in der Tasche haben.
|
11:30 Uhr
Unser erster Stopp führt uns zum Meiji-Schrein, unserem ersten
buddhistischen Gebäude.
Dieses ist in einem ruhigen (die Grillen zirpen lauter, als das
Technogedudel in der Einkaufsstrasse 200 Meter weiter) Wald gelegen,
der, wie Manfred uns morgens erklärt hat, extra für
den Schrein angelegt wurde. Hier sehen wir nun auch die typisch
japanischen Tore und auch Geishas, die sich hier den Touristen
als Fotomotiv zur Verfügung stellen.
Am Schrein angekommen, wird nun die rituelle Waschung vorgenommen.
Zunächst wird mit einer Schöpfkelle Wasser aus der Quelle
entnommen und damit die Hände gereinigt. Danach entnimmt
man neues Wasser und trinkt dieses (oder spült wenigstens
den Mund aus), ohne die Kelle mit dem Mund zu berühren.
Schlussendlich sind Körper und
Geist gereinigt und man darf den Schrein durch das Tor hindurch
betreten.
Auch hier gibt es Regeln, die beachtet werden mögen:
Möchte man sich etwas wünschen, verbeugt man sich zweimal
in Richtung Schreinmitte, klatscht zweimal in die Hände und
verbeugt sich erneut.
Es gibt auch die Sitte, einen Wunsch auf ein Holztäfelchen
zu schreiben und es dann an eine Wand zusammen mit den Wünschen
anderer Besucher aufzuhängen.
|
|

die modernen Geishas von Tokio

das Zugangsportal zum Wald des Meiji-Schreins

die traditionelle Reinigung
|
12:30 Uhr:
Nun geht die Reise weiter zur Haltestelle „Tokyo“,
dem Hauptbahnhof der Metropole. Von hier aus, ist es nur ein kleiner
Katzensprung zum Kaiserpalast, den ein echter Japantourist natürlich
wenigstens versucht haben muss zu sehen.
Trotz des nur kleinen Katzensprungs, ist es zunächst schwierig
sich zu orientieren, denn bereits hier sind die Häuser so
hoch, dass man nicht wirklich weit schauen kann. Wären wir
jetzt in einem anderen Land, könnten wir uns wenigstens nach
den Strassenschildern richten, aber hier geht, dies ja auf Grund
der fehlenden Beschilderung nicht. Was bleibt uns also anderes
übrig, als uns an einen anderen Tourist zu klemmen, von dem
wir glauben, daß dieser auch zum Kaiserpalast will.
Wie schon so oft in diesem Land, haben wir wieder einmal Glück
und wir haben den Richtigen verfolgt, natürlich völlig
unauffällig... ;-)
Hier sind nun auch die ersten Anzeichen für die vorhergesagte
Fußgängerzone zu erkennen, da die große vierspurige
Strasse vor dem Palast von fahrradfahrenden Kindern und ihren
Eltern belagert wird.
Hier scheint auch ein Ort zu sein, an dem die verschiedensten
Leute Tokios ihre Ruhe suchen und anscheinend auch finden.
Wir betrachten uns den Platz, um den Kaiserpalast und beschliessen
nach einer kleinen Trinkpause an einem der Trinkbrunnen unsere
Reise fortzusetzen.
„Dann lass uns mal das TV-Tokio angucken… auf in die
FuZo!“

Wo man auch hinschaut... Touristen...
|
|

Menschen in Tokio...

...wenn es keine Tauben gibt, genügen auch Krähen...

...der Ausblick vor dem Kaiserpalast
|
13:30 Uhr
Manchmal dauert es eben etwas länger, die Richtige U-Bahnstation
zu finden. Um hier nach Ginza zu gelangen, mussten wir erst einmal
650m (nach Schildinformation) durch unterirdische Gänge laufen.
Im Nachhinein ist uns aufgefallen, dass es wohl kürzer gewesen
wäre, direkt zu der Station, an der wir aussteigen wollen,
zu laufen, aber man lernt ja immer wieder dazu.
Kaum aus dem U-Bahnhof heraus
gekommen, sehen wir schon Massen an Menschen, riesige Wolkenkratzer
und viele Werbelichter.
Der erste Anblick ist überwältigend.
Ohne es zu merken stehen wir an einer Fußgängerampel,
bei der die Zebrastreifen Kreuz und Quer über die Strasse laufen…
hier haben die Fußgänger ihre eigene Grünphase.
Diese brauchen sie aber auch, da es so viele Menschen sind, die
hier die Straßenseiten wechseln möchten, dass es anders
wohl das reinste Chaos gäbe.
15:30 Uhr
Die ersten Eindrücke verarbeitet, sind wir nun in der nächsten
riesigen Einkaufsstrasse, die heute für den Verkehr gesperrt
ist. Auch hier sieht man das Tokio, wie man es sich vorstellt und
wie es einem die Medien zeigen.
|
|

Tokio - Innenstadt...

...Menschen, Lichter, Wolkenkratzer...

..hier tobt das Leben...
|
19
Uhr
Nach einem Anruf vom Bahnhof aus, werden wir an der Bushaltestelle
bereits von Tomoko erwartet. Sie bringt uns nach Hause, damit wir
uns die Fahrt mit dem Bus sparen können.
Auf dem weg dorthin, fragt sie uns, wie fit wir denn noch sind,
da sie gerne mit uns Essen gehen würden.
Wir sind noch fit und freuen
uns schon, auf die nächste Überraschung, die Japan für
uns bereit hält.
|
21 Uhr:
Siggi, Tomoko, Manfred und wir zwei sind am Restaurant angekommen
und werden prompt mit japanischer Freundlichkeit empfangen und an
einen Tisch geführt.
Dort erhält jeder eine Karte, auf der die tollsten Snacks zu
sehen sind. Da weder Tamara noch ich (Silvia) eine genaue Vorstellung
von den ganzen Speisen haben, bestellen Tomoko und Manfred eine
ganze Auswahl an Gerichten, die dann alle gemeinsam probieren können.
Bis auf die Krabben, die einen noch kurz vor dem verspeisen anschauen,
ist alles recht lecker. (Obwohl auch die Krabben eigentlich gut
schmecken, wenn man den Kopf abschaltet…also nicht darüber
nachdenkt, was man nun wirklich gerade im Mund zerkaut).
Es ist ein kulinarisches Erlebnis, welches einem die breit gefächtern
Möglichkeiten eines japanischen Mahls eröffnet.
Das Sushi, sieht hier zwar genauso aus, wie zu Hause, schmeckt aber
viel besser und nicht so intensiv. Zu erwähnen sind auch noch
die Fischspäne, auf einigen Speisen, die uns einen skeptischen
Blick schweifen lassen. Diese Späne sind derart fein gehobelt,
dass sie sich durch die Hitze bewegen und auf dem Essen wie lebend
herumwuseln.
22 Uhr:
Gesättigt und zufrieden checken wir nun noch unsere Mails und
arrangieren das Treffen mit Takashi, Tamaras Mailfriend.
|
|

...so läßt es sich leben ...

...auch wenn das ein oder andere skeptisch betrachtet werden muss...

...die edlen Spender... DANKE!!..
|
|
|
|
|