23.08.2004
8:30 Uhr:
Ich (Tamara) stehe auf, um nachzuschauen,
ob Silvia über mir noch schläft. Sie ist noch eindeutig
im Reich der Träume, was sie später aber vehement bestreiten
wird.
Ich lege mich also auch wieder hin und gönne ihr noch eine
Viertelstunde Schlaf, aber dann muss sie aufstehen, da wir heute
schließlich ein Date haben. *freu* In den letzten Tagen habe
ich mich über Internet mit Takashi, meinem Mailfreund hier
aus Tokio, für heute morgen verabredet. Er hat noch nie Europärinnen,
geschweige denn Deutsche kennen gelernt und ist auch sehr neugierig,
wie die Menschen von der anderen Seite der Welt so sind.
9:00 Uhr:
Wir sind beide aufgestanden und angezogen. Natürlich waschen
wir uns brav (heute Mal nicht hinter den Ohren) und gehen
runter zum Frühstück.
Hier erzählen wir Tomoko von unseren Plänen für den
heutigen Tag. Sie findet das auch interessant und empfiehlt uns,
Asakusa und Ueno anzuschauen, da auch dies Plätze sind, die
man gesehen haben muss, wenn man schonmal zufällig in Japan
ist.
10:00 Uhr:
Tomoko fährt uns zum Bahnhof, damit
wir auch rechtzeitig um 11 in Shinjuku ankommen und Takashi nicht
warten lassen. |
11:00 Uhr:
Pünktlich wie eine japanische U-Bahn
sind wir am Südausgang des Bahnhofs und warten.
„Ob Takashi uns auch findet?“ --- „Bestimmt, schließlich
hat er ein Foto von uns und wir sind hier nicht gerade unauffällig.“
("unter uns" laufen die anderen Japaner eilig an uns vorüber...
wir sind ca einen Kopf größer als der Durchschnitt)
Wenig später ist er auch schon da und stellt sich vor. Er fragt,
was wir uns anschauen möchten und wir schlagen ihm die empfohlenen
Orte vor.
Da er noch nie in Asakusa war, weiß er nicht genau wie man
dorthin kommt. Aber wir sind gut ausgerüstet und ersparen ihm
ein Telefongespräch (mit wem auch immer), indem wir ihm auf
dem UBahnplan den Weg zeigen.
Sichtlich beeindruckt führt er uns kompetent zum Ticketschalter
*grinz*
Ich weiß nicht genau, ob man als Japaner in U-Bahnen nicht
redet oder ob es an seiner Schüchternheit liegt, aber es fällt
ihm sehr schwer, sich zu unterhalten. So schaffen auch wir es kaum,
ein Gespräch in Gang zu halten und weigern uns nach 10 Minuten
das zu tun, was alle Japaner in einer solchen Situation machen würden...
schlafen... zwar ist der Drang die Augen zu schließen immer
öfter da, je länger man hier ist, aber noch wirkt das
"Schlafgas" der U-Bahnen nicht auf uns und wir beschränken
uns darauf die 80% schlafenden Japaner und die anderen 20% mit dem
Handy spielenden Japaner zu beobachten.
12:00 Uhr:
In Asakusa angekommen, machen wir uns
als erstes auf den Weg zur Touristeninformation, wo wir mit allen
möglichen Plänen und Karten ausgestattet werden. Unser
Englisch ist so gut (für japanische Verhältnisse), dass
wir für Amerikaner gehalten werden.
Gut ausgestattet, machen wir uns auf den Weg zum Sensoji-Tempel.
Der Weg dorthin führt uns durch ein Touristenparadies:
Überall sind Stände mit Souvenirs. Wir nehmen uns jetzt
schon vor, noch einmal hierher zu kommen.
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...der Ticketkontrollautomat...

In Asakusa vor dem Tor zum Sensoji-Tempel

Tamara und ihr Mailfriend Takashi

die Passage zum Tempel... das Touristenparadies
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12:30 Uhr:
Am Tempel räuchern wir uns nach
japanischem Vorbild ein und im Gebäude drin kaufen wir uns
ein Horoskop, wobei wir beide noch ziemlich gut wegkommen (Silvia:
Regular Fortune, Tamara: Good Fortune): Takashi erwischt leider
ein Bad Fortune, dafür freut er sich umso mehr für uns.
13:00 Uhr:
Nun führt uns der immer lebhafter
werdende Takashi nach Ueno, wo er sich auskennt. Ein Besuch, des
Science Museum können wir ihm gerade noch ausreden, weil es
dafür zu spät ist und wir es uns lieber für einen
Regentag aufheben wollen. So spazieren wir also durch den Ueno Park
und entschließen uns, etwas essen zu gehen.
13:30 Uhr:
Wir finden ein kleines japanisches Lokal,
wo wir ohne Kanjikundigen wohl kaum das Essen bekommen hätten,
was wir uns ausgesucht haben. Es gibt zwar Plastiknachbildungen
der Speisen im Schaufenster, aber drinnen muss man sich ein Ticket
an einem Automaten ziehen, mit dem man dann das Essen an der Theke
bestellt. Nun ja... auf den tasten stehen zwar die Namen der Gerichte
drauf, aber halt wirklich nur in Kanji und diesmal leider ohne Bild.
14:00 Uhr:
Wir laufen nun gesättigt über
einen Markt in Ueno und machen uns dann schon wieder auf den Weg
nach Shibuya, wo wir uns von Takashi verabschieden.

ein letztes Foto als Erinnerung an das "international
Meeting"
14:30 Uhr:
Wieder japanerlos schauen wir uns noch
etwas die Gegend in Shibuya an und finden auch hier, wie in Yokohama,
einen Starbucks, wo wir uns noch eine Tasse als Souvenir kaufen.
17:00 Uhr:
Wir machen uns so langsam auf den Heimweg, um der Rush Hour zu entgehen,
in der die Pusher (Bahnbedienstete) dafür sorgen, dass der
Platz in den U-Bahnen auch wirklich ausgenutzt wird. Dies tun sie,
in dem sie, wenn die Bahn voll erscheint, immer mehr Leute vom Bahnsteig
in die Bahn stopfen (Pushen halt).
18:00 Uhr:
Zu Hause planen wir nun mit Manfred unseren
nächsten Tag, da wir ab morgen unseren Railpass benutzen dürfen,
mit dem wir ohne weitere Kosten (schliesslich war der Pass schon
teuer genug) mit dem japanischen ICE, dem Shinkansen, durch ganz
Japan fahren dürfen. Es wird als erstes nach Nikko gehen, dem
Ort aus dem die drei berühmten Affen kommen (dazu morgen mehr)
20:30 Uhr:
Nach dem Abendessen endet der Abend mit
einigen Stunden Tagebuchschreiben, Rucksackvorbereiten und Vorfreude
auf den nächsten Tag. *schnarch*
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der Senjio Tempel

die moderne Geisha-Generation

so erhält man das Glück der Japaner

die Ruhe des Ueno-Park...

...im krassen Gegensatz zum Fußgängerchaos in Shibuya
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