24.08.2004
7:00 Uhr:
*der Wecker klingelt* *gähn* unser erster Tag mit dem Shinkansen…
das fängt ja gut an. Wie kann man nur so früh aufstehen…
Dies bedarf erst einmal einer
heißen Dusche zum aufwachen. Ich lasse Tamara alleine im Zimmer,
damit sie sich schon Mal anziehen kann und gehe runter ins Bad.
Mir fällt zwar auf, dass die Waschmaschine läuft, aber
ich denke mir nichts dabei und gehe ganz normal unter die Dusche.
Erst jetzt merke ich, dass das Wasser nicht warm wird und auf Grund
des Zeitdrucks, muss ich heute wohl eine Schocktherapie machen und
mit einer kalten Dusche wach werden…
7:15:
Frisch, Fromm, fröhlich und frei (was bleibt einem nach solch
einer Dusche auch schon übrig) frühstücken wir gemütlich
und packen unsere sieben Sachen, die wir für unsere Fahrt nach
Nikko brauchen.
7:45 Uhr:
Manfred packt uns ins Auto und düst
mit uns zur Shinkansenstation in Shin-Yokohama. Der Berufsverkehr
stört uns nicht, da Manfred den ein oder anderen Schleichweg
kennt, den ansonsten, im Gegensatz zu der Hauptstrasse, nur wenige
Leute befahren.
So kommt es, dass wir doch
viel zu früh ankommen und wir Zeit haben, bis der Zug abfährt.
Um uns zu zeigen, wo der Zug nachher hält, kauft sich Manfred
noch eine Bahnsteigkarte, mit der er auch durch die Fahrkartenkontrolle
kommt und uns verabschieden kann…
8:23 Uhr:
Wir kommen in „Tokyo“, dem
Hauptbahnhof an und laufen schnell zum nächsten Bahnsteig,
wo uns der Tohoka Shinkansen nach „Utsunomia“ bereits
erwartet. Wir ergattern uns gute Plätze am Fenster und fahren
gemütlich in Richtung Nikko.
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10 Uhr:
Wir kommen im Bahnhof in Utsunomia an
und suchen uns den Bahnsteig der JR-Linie nach Nikko.
Wir haben Glück, der Zug ist schon da, also spurten wir rein
und suchen uns einen Platz auf einer freien langen Bank.
Kurz darauf erscheint ein alter
Japaner und brabbelt uns was von „Amelica? Amelica?“
vor. Wir schütteln die Köpfe… „Germany!“…
„Oh, Amelica!“…
Begeistert davon, dass er so große Frauen trifft, fordert
er sogleich Tamara auf, sich hinzustellen. Ohne zu fragen, und nett,
wie sie ist, tut sie das natürlich auch. Ich kann mich fast
nicht mehr halten vor lachen, als ich sehe, dass der Alte, ihr fast
einen Kuss aufdrückt.
Als die zwei fertig sind ;-) (er hat sie nicht wirklich berührt),
fordert er auch mich auf mich neben ihn zu stellen, wobei ich mich
erst weigere und erst aufstehe, als Tamara mir droht, mir die Freundschaft
zu kündigen, wenn ich das nicht tue. Also tue ich ihr den Gefallen
und zeige dem kleinen, alten Japaner , dass ich größer
bin als er, was bei einer Körpergröße von 1,50m
zu 1,79m nicht schwierig ist.
Die ganze Fahrt über,
schaut Tamara dann nur noch mich an. Finde ich nett von ihr, doch
dem Japaner ein wenig unfair gegenüber. Er ist weiterhin so
aufdringlich wie auch am Anfang und misst, nach einigen Aufmerksamkeitsstupsern
an Tamaras Arm, auch noch ihre Hand ab. Auch meine möchte er
haben, aber ich tue clevererweise so, als wäre ich am schlafen.
Nach ca. 10 Minuten, fällt ihm dann auf, dass ich meine Beine
überkreuzt habe und er so, meinen Schuh betrachten kann. Ich
bin mir nicht sicher, ob er jetzt auch meinen Fuß messen will,
ich bestätige ihm bei den Worten „Schuoa!“ nur,
dass ich tatsächlich Schuhe trage.
11Uhr:
Wir kommen endlich am Bahnhof von Nikko an und verlassen so schnell
wie möglich, den Zug des Grauens, wie wir ihn seit dem heutigen
Tag nennen.
Glücklicherweise läuft uns der Alte nicht hinterher, so
dass wir gemütlich die Strasse zur Tempelanlage hinaufgehen
können.
11:45 Uhr
Nun sind wir in der Tempelstadt und bewundern die wunderschönen
buddhistischen Tempel.
Wie alle anderen auch, waschen wir uns an den Brunnen und ziehen
natürlich auch die Schuhe dort aus, wo es verlangt wird.
12:30 Uhr
Wir sind nun vor der beeindruckenden Pagode vor dem Toshugo-Schrein
und ich möchte gerade Fotos machen, da wird Tamara von einer
Japanerin angesprochen: „Hi, how are you?“ schreckensbleich
sagt sie „Fine?!“ – „May, I take a photo
of you?“ Verwirrt schaut sich Tamara um, grinst, sagt ja und
möchte nach der Kamera der Dame greifen. Jedoch gibt diese
Tamara ihr Kind an die Hand und sagt „Down please…“
(Das Kind war vielleicht 2 oder 3 Jahre alt). *knips* und Tamara
ist eine Attraktion *grinz*. Sie bekommt sogar ein kleines Geschenk
dafür.
Doch ich habe mich zu früh gefreut, auch ich soll dem Kind
wohl Glück bringen und muss mich knipsen lassen. Na was soll’s,
wird mir schon nicht die Indianische Seele stehlen. Auch ich bekomme
ein Geschenk und als ich mich mit meinem besten japanisch bedanke:
„Domo Arigato“, guckt das Kind doch recht erstaunt,
dass Riesinnen ihre Sprache sprechen.
14 uhr:
Nachdem wir auch den Tempel des schreienden Drachen und irgendeinen
Tempel zu dem seeehr viele Stufen führen gesehen haben, machen
wir uns zurück auf den Weg nach Nikko, bzw. dem Bahnhof.
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...der Entstehungsort der drei berühmten Affen...

... dem Ort, an dem Riesinnen zu finden sind...

..wo es viele Treppen gibt...

... und viele Säulen...

...und natürlich auch Tempel...

...viele Tempel...
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15 Uhr:
Die Souvenirs im Gepäck geht’s wieder auf Richtung Tokio…
16:30 Uhr
Da es noch etwas zu früh ist, nach Hause zu fahren, kommen
wir auf die glorreiche Idee, das Hard Rock Cafe zu suchen.
Also steigen eine Station früher in „Ueno“ aus.
Das Glück scheint mit uns zu sein, da nach einigen Anläufen
jemand an einem Informationsschalter wusste, dass sich das besagte
Cafe in genau diesem Bahnhof befindet.
Also rein und T-Shirts gucken.
Leider steht neben „Tokio“ auch noch „Ueno ezu“
drauf, was ja irgendwie stört. Wir fragen den Verkäufer
nach dem echten Hardrock Cafe und er schickt uns nach „Ropongi“.
Die Fahrt dorthin dauert eine dreiviertelstunde. Aber wer Zeit hat,
dem ist das ja egal… ausserdem haben wir ja unseren Railpass.
19:30 Uhr
Die super T-Shirts im Gepäck *freu* (endlich ein Beweis für
unseren Aufenthalt), fahren wir wieder Heim, nach Yokohama.
20:30 Uhr
Nach einem leckeren Abendessen, holen wir noch Mails und schauen
ein bischen Fern... der nächste Tag kann kommen
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Das Hardrockcafé in Tokio |